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Stadt Ehingen (Donau)
Stadtmarketing/Tourismus
Marktplatz 1
89584 Ehingen
Tel. +49 73 91 - 503 - 2 16
Fax +49 73 91 - 503 - 42 16

r.koch@ehingen.de

Ehinger Biergeschichte

Die Stadtgeschichte Ehingens ist seit jeher eng mit dem Bierbrauen und der Brauwirtschaft verbunden.

Historische Ansichten der Brauereien Berg, Rössel und Schwanen
  • Älteste Erwähnung in der Stadtgeschichte findet in diesem Zusammenhang im Jahre 1384 der Ehinger Bierbrauer Walter Wender.
  • Die Stadt Ehingen erhielt bei der Hopfenausstellung in Tettnang 1875 für ihre Hopfenqualität die goldene Medaille.
  • 1877 folgte bei der Hopfenausstellung in Nürnberg eine weitere Goldmedaille.
  • Um 1890 wurden in der Stadt Ehingen 21 aktive Braustätten gezählt.
  • Die Bierkulturstadt Ehingen wurde im Juli 2009 als Sieger beim "Ideenwettbewerb Genießerland Baden-Württemberg" ausgezeichnet.

Der Glanz des Bierbrauens in Ehingen hat bis heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Historisch gewachsene Brauereien und ein reichhaltiges, interessantes Biersortiment machen die oberschwäbische Donaustadt zu einem ausergewöhnlichen Ziel.

Lassen Sie sich von unserer einzigartigen Biergeschichte und Bierkultur sowie von unseren zahlreichen Angeboten begeistern.

Geschichte zum Brauwasser und dem alten Brunnenhaus

Altes Brunnenhaus

Im Vertrag vom 25. März 1876 regeln 5 Berger Bürger, darunter die Brauereien Adler und Rose, für ihren „schon längst laufenden Brunnen“ ihre Rechten und Pflichten.
Die Wassermenge wird in 7 Teile aufgeteilt. In dem kupfernen Hauptteiler, der im alten Brunnenhaus ausgestellt ist, werden durch die Breite der Schlitze im Blech die
Wassermengen entsprechend zugeteilt:

  • Joh. Denkinger 1 Teil
  • Joh. Traub 1 Teil
  • Johannes Walter 1 Teil
  • Johann Zimmermann 2 Teile
  • Josef Zimmermann 2 Teile

Diese Hauptteilung war in der Wasserreserve auf dem Sameershof von Johann Denkinger(später Sontheimer) eingebaut.
Unter dem alten Brunenhaus ist ein Oberflächenwasserbrunnen, der um 1890 erbaut wurde und bis 1949/50 in Benutzung war.
In diesem Jahr bekommt Berg die erste öffentliche Trinkwasserversorgung. Die Pumpen im Brunnenhaus stammen von dieser Versorgung beim „Ochsenplatz“.
Heute kommt Berg und die Brauerei ihr Wasser aus 198 m Tiefe vom Tiefbrunnen Gamerschwang der 5 km von der Brauerei entfernt ist.

Die Geschichte des Bierbrauens

Historische Ansicht der Berg Brauerei

Bier ist für viele moderne Menschen der Inbegriff von Geselligkeit und Genuss. Die wenigsten wissen dabei, dass sie mit dem Bierglas auch ein Stück Kulturgeschichte in der Hand halten.

Die Anfänge des Bieres lassen sich bis in die Zeit um 6000 vor Christus zurückverfolgen. Damals lebten die Sumerer in dem Gebiet zwischen Euphrat und Tigris. Ihre Bilder und Keilschriften haben sich bis heute erhalten und künden von der Sitte, aus vergorenem Brotteig ein Getränk herzustellen, das wir mit hoher Wahrscheinlichkeit als Vorfahren unseres Bieres bezeichnen können. In der Zeit um 3000 vor Christus gab es schon so etwas wie eine - sehr bescheidene - Sortenvielfalt: Immerhin vier verschiedene Biere wurden in diese Zeit angeboten

Babylonien: "Trink auch vom Bier"
Um 2000 vor Christus entstand in Babylonien eines der ältesten Werke der Weltliteratur: das Epos um den sagenhaften König Gilgamesch. In einer Geschichte des Epos lernt Enkidu, ein noch sehr tierähnlicher Urmensch, was den Menschen ausmacht: "Iss nun das Brot, o Endiku, denn das gehört zum Leben, trink auch vom Bier, wie es des Landes Brauch!" Nach weiteren sieben Bechern, Waschungen und Salbungen war Endiku, so das Gilgamesch-Epos, "einem Menschenwesen gleich".

Brauen war Aufgabe der Frau
Auch bei den alten Ägyptern wurde bereits Jahrhunderte vor Christi Geburt Bier gebraut. Das bezeugen Wandmalereien und Figuren, die in Königsgräbern gefunden wurden. Auf der anderen Seite des Mittelmeeres, bei den Griechen und Römern scheint Bier keine besondere Rolle gespielt zu haben. Hier dominierte der Wein. Bei den Germanen war dagegen war Bier das Lieblingsgetränk. Den ältesten Nachweis dafür, dass Bier auf deutschem Boden gebraut wurde, liefern Bieramphoren aus der Zeit von 800 v. Chr., die in der Gegend von Kulmbach gefunden wurden. Das Brauen war dabei, genau wie das Brotbacken, eine Aufgabe der Frauen. Aber das Bier von früher muss pappig und süßlich geschmeckt haben, denn Hopfen wurde damals noch nicht verwendet. Nach den Quellen begannen die Brauer im 8. Jahrhundert, dem Sud Hopfen beizugeben. Er verlieh dem Bier nicht nur den fein-herben Geschmack, den wir heute kennen, sondern machte es als natürliches Konservierungsmittel auch besser haltbar.

Blühendes Handwerk im Mittelalter
Ab dem frühen Mittelalter nahmen sich besonders die Klöster der Kunst des Bierbrauens an. Das erste Kloster, in dem Bier gebraut wurde, war nach einer Chronik aus dem Jahr 820 n. Chr. das von St. Gallen in der heutigen Schweiz. Die Mönche erlernten früh die Kunst, ein nahrhaftes, wohlschmeckendes Getränk zu brauen, das ihre kargen Mahlzeiten bereicherte. Besonders wichtig war dies in der Fastenzeit, wenn der Gürtel noch enger geschnallt werden musste. Dann war ein starkes Bier der willkommene Ausgleich, denn "was flüssig ist, bricht kein Fasten". Die Tradition der Starkbiere, deren Saison am Anfang des Frühjahrs beginnt, hat sich bis heute vor allem in Bayern erhalten.

Das sehenswerte ehemalige Franziskanerkloster verfügte im 17. Jahrhundert über eine eigene Brauerei und forcierte den Anbau von Hopfen.

Klöster brauen Bier
Die Klöster machten den weltlichen Braustätten in früheren Jahrhunderten durch den Verkauf ihrer Biere heftige Konkurrenz. Schon Anfang des 15. Jahrhunderts wurde deshalb ein Verbot zum öffentlichen Verkauf von Klosterbier erlassen. Viel genützt hat es nicht. Erst als im Zuge der Französischen Revolution auch in Deutschland die Klöster säkularisiert wurden, war Anfang des 19. Jahrhunderts das Schicksal der meisten Klosterbrauereien besiegelt. Doch noch heute gibt es elf Klöster, in denen Bier gebraut wird. Zu den bekanntesten zählt Andechs in Bayern.

Brauhaus der Hanse
Mit dem Aufblühen der deutschen Städte entwickelte sich auch auf weltlicher Ebene das Braugewerbe zu einem angesehenen Wirtschaftszweig. Erster und ältester Brauhandelsplatz großen Stils war Bremen, das bereits um 1300 große Mengen Exportbier nach Holland, Flandern, England und Skandinavien lieferte. Hamburg galt als das "Brauhaus der Hanse". Immerhin zählte die Stadt im 16. Jahrhundert 600 Brauereien, in denen die Hälfte aller Gewerbetreibenden tätig war. Brauereien waren zur damaligen Zeit oft die wichtigste Finanzquelle der städtischen Wirtschaft.

Der Weg zur modernen Brauwirtschaft
Im 19. Jahrhundert fielen die Schranken der Zünfte und Gilden, die Gewerbefreiheit wurde propagiert. Es war eine Epoche des Aufbruchs. Als sich 1835 die erste Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth auf den Weg macht, hat sie als Fracht Bier geladen. Der überall einsetzende technische Fortschritt nutzte auch den Brauern. Drei Namen sind mit dem technischen Entwicklung der Brauwirtschaft besonders eng verbunden: Louis Pasteur entdeckte die Mikroorganismen in der Hefe und ihre Rolle beim Brauprozess. Emil Christian Hansen gelang es als erstem, eine einzelne Bierhefezelle zu isolieren. Und Carl von Linde erfand die Kältemaschine und schuf damit die Voraussetzung schuf, untergäriges Bier auch im Sommer zu brauen. Untergäriges Bier braucht mit Temperaturen zwischen 4 und 9 Celsius beim Brauprozess eine entsprechende Kühlung, die früher nur durch Einlagerung von großen Eismengen möglich war. Deshalb wurden bis dahin überwiegend obergärige Biere gebraut.

Computer halten Einzug
Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Bedürfnisse derjenigen, die Bier brauen, ausschenken und trinken. So lösten Kegs in der Gastronomie die Holzfässer ab. Die Bierkästen sind heute meistens aus leichtem Kunststoff und nicht mehr aus Holz. Der Wunsch der Verbraucher, ihr Bier gepflegt zu Hause zu trinken, führte zur vermehrten Abfüllung des Bieres in Flaschen und Dosen und damit zur Entwicklung immer schnellerer Flaschenwasch-, Füll- und Etikettieranlagen. Prozesssteuerung und Computer hielten Einzug in die Brauereien. Neue Spezialitäten - wie alkoholfreies Bier oder Biermischgetränke - kommen modernen Trinkgewohnheiten entgegen und erfüllen die Ansprüche der Konsumenten von heute.

Tradition und Moderne verbinden
Die deutschen Brauer haben es stets verstanden, Tradition und Moderne miteinander zu verbinden. Die Fähigkeit, neuen Anforderungen gerecht zu werden und gleichzeitig an Bewährtem festzuhalten, gewährleistet, dass die Brauwirtschaft nicht nur eine stolze Vergangenheit, sondern auch eine sichere Zukunft hat.

Quelle: Deutscher Brauer-Bund e.V.

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